Blick in die Baugrube: In Ellingen verlegen die Heidjers Stadtwerke mithilfe einer gesteuerten Horizontalbohrung Schutzrohre für neue Mittelspannungskabel sowie Leerrohre für die Breitbandinfrastruktur. Das Verfahren ermöglicht eine schonende Verlegung unter Straßen und anderen Hindernissen.

Heidjers Stadtwerke verstärken Stromnetz für Schneverdingen

Seit Kurzem bauen die Heidjers Stadtwerke erneut an der Zukunft des Schneverdinger Stromnetzes. Nun erweitern sie die Zuleitung auf Mittelspannungsebene von Wolterdingen beziehungsweise Ahlften über Ellingen bis nach Vahlzen. Den Abschnitt zwischen dem Umspannwerk Soltau und Ahlften haben sie bereits 2025 fertiggestellt. Dadurch wächst die Trasse um weitere rund 8,5 Kilometer. Die Tiefbauarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Rund 3,5 Millionen Euro investieren die Heidjers Stadtwerke in die Versorgungssicherheit für rund 27.700 Menschen in ihrem Netzgebiet. „Die Trasse beginnt zwar am Umspannwerk Soltau, dient aber unmittelbar der Verstärkung unseres Schneverdinger Netzgebietes“, erklärt Stefan Lamping, technischer Leiter der Heidjers Stadtwerke. „Wir verstärken damit das Rückgrat unseres Stromsystems und können künftig mehr Strom transportieren und flexibler schalten. So halten wir mit der zunehmenden Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors Schritt.“

Vom Umspannwerk Soltau in das Schneverdinger Netzgebiet
Die Gesamtmaßnahme beginnt am Umspannwerk Soltau. Von dort führt die Zuleitung in das Netzgebiet der Heidjers Stadtwerke. Den ersten, rund 1,7 Kilometer langen Abschnitt bis Ahlften hat das Unternehmen bereits in den Jahren 2024 und 2025 umgesetzt. Aktuell folgen zwei weitere Abschnitte: Zwischen Wolterdingen beziehungsweise Ahlften und Ellingen verlegen die Fachfirmen vier parallel verlaufende Mittelspannungssysteme, die sich getrennt schalten lassen. Von Ellingen bis Vahlzen entstehen zwei weitere Stromkreise. Gleichzeitig erneuern die Heidjers Stadtwerke vorhandene Leitungen und ersetzen sie durch Kabel mit größerem Querschnitt. „Die einzelnen Stromkreise lassen sich getrennt betreiben und schalten“, erklärt Daniel Radekopp, Abteilungsleiter Strom und Breitband der Heidjers Stadtwerke. „Dadurch erhöhen wir die übertragbare Leistung und schaffen zusätzliche Möglichkeiten, das Netz im laufenden Betrieb umzuschalten.“
Die Tiefbauarbeiten führen zwei Unternehmen aus der Region aus: Zwischen Wolterdingen beziehungsweise Ahlften und Ellingen ist die K+M Tiefbau Bernd Hiller GmbH im Einsatz. Den Abschnitt von Ellingen bis Vahlzen übernimmt die H. Bartz GmbH aus Walsrode.

Schonend und effizient
Bis Ende 2026 sollen die Tiefbauunternehmen die Kabel und Leerrohre in den Boden bringen. Die Leitungen verlaufen nach Möglichkeit in den Seitenräumen der Straßen. „Wir stimmen den Trassenverlauf auf die örtlichen Gegebenheiten ab und berücksichtigen dabei auch den Baumbestand“, erläutert Daniel Radekopp. „Wo eine offene Bauweise nicht sinnvoll ist, nutzen wir Horizontalbohrungen. So können wir Straßen, Gewässer oder andere Hindernisse unterqueren, ohne die Oberfläche vollständig zu öffnen.“
Parallel zu den Stromleitungen verlegen die Heidjers Stadtwerke Leerrohre für die Breitbandinfrastruktur. So lassen sich Tiefbauarbeiten bündeln und Stromnetz sowie Kommunikationsinfrastruktur gemeinsam weiterentwickeln. Im direkten Umfeld der Baustellen kann es zeitweise zu kleineren Einschränkungen kommen. Die Zufahrten zu den Anliegergrundstücken bleiben grundsätzlich erreichbar oder werden bei Bedarf mit den Betroffenen abgestimmt. Der Montgomery Weg, ein unbefestigter Wirtschaftsweg im Bereich Ilhorn, wird im Zuge der Arbeiten voraussichtlich ab Anfang September zeitweise vollständig gesperrt. Die Heidjers Stadtwerke kommunizieren den genauen Zeitraum und die Dauer der Sperrung rechtzeitig, die betroffenen Anlieger werden zusätzlich durch den Förster informiert.

Schaltstation verbindet Leitungen ab 2027
Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten folgt die technische Fertigstellung. Dazu bauen die Heidjers Stadtwerke eine neue Schaltstation in Vahlzen. Die Schaltstation soll ab 2027 die neuen Leitungen in die Netzstruktur einbinden und ein gezieltes Schalten sowie die fernwirktechnische Überwachung ermöglichen.
Der Ausbau zwischen Soltau und Vahlzen bildet zugleich den Auftakt für weitere Schritte. Perspektivisch wollen die Heidjers Stadtwerke die Netzstruktur über Neuenkirchen sowohl in Richtung des Umspannwerks Söhlingen als auch in Richtung des Umspannwerks Schneverdingen weiterentwickeln.