LNG-Terminal Lubmin
Schweres Gerät ist auf der Baustelle des LNG-Terminal im Industriehafen Lubmin "Deutsche Ostsee" im Einsatz.

Privates LNG-Terminal: Betreiber kann Kapazität ausweiten

Aufgrund einer hohen Nachfrage und geeigneter Schiffe geht der Betreiber des geplanten Flüssiggas-Terminals in Lubmin von einer Ausweitung der Gas-Kapazitäten aus. Die am vergangenen Freitag abgeschlossene Ausschreibung der Kapazitäten des LNG-Terminals sei auf mehr Nachfrage gestoßen, als bedient werden könne, teilte der Aufsichtsratschef des Investors Deutsche Regas, Stephan Knabe, am Freitag in Schwerin mit. Durch Anlandeschiffe mit mehr Fassungsvermögen werde es zudem möglich, die bisher geplante Kapazität zu erweitern. Demnach könnten künftig jährlich 5,2 statt 4,5 Milliarden Kubikmeter Gas im vorpommerschen Lubmin eingespeist werden.

Den Angaben nach werden 80 Prozent der Regasifizierungskapazitäten fest vergeben, ein Fünftel soll dem Wunsch der Bundesnetzagentur folgend für kurzfristige Buchungen zur Verfügung stehen. Die langfristigen jährlichen Kapazitäten zur Umwandlung von LNG in Erdgas von 11,7 Milliarden Kubikmeter sind laut Regas mit 15,2 Milliarden Kubikmetern deutlich überzeichnet worden. Mittelfristig will der Betreiber mit dem Bau eines zweiten Terminals deutlich mehr Gas anlanden. Ob diese zweite Phase jedoch umgesetzt werden kann, ist noch nicht sicher.

«Damit können wir schon heute mit großer Freude verkünden, dass unser LNG-Terminal ab Dezember 2022 ausgelastet sein wird und einen wichtigen Beitrag für die Versorgung Deutschlands mit Erdgas leisten kann», sagte Knabe im Anschluss an die gemeinsame Pressekonferenz mit Landesumweltminister Till Backhaus (SPD). Bei dieser wurde der offizielle Start des Genehmigungsverfahrens bekannt gegeben.

Alle nötigen Dokumente seien vom Investor Deutsche Regas beim zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) eingereicht worden. Backhaus betonte: «Für mich haben Energiesicherheit, Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Energie höchste Priorität.» Er wolle daher die gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, das Verfahren zu beschleunigen.

Während eine erste Prüfung der Unterlagen bis zum 8. November abgeschlossen sein soll, birgt vor allem die öffentliche Auslegung und anschließende Frist zum Einreichen von Beschwerden noch Verzögerungspotenzial. Die Frist hierfür ende laut Backhaus am 21. November. Im schlechtesten möglichen Fall könne das Verfahren sich vom heutigen Freitag gerechnet bis zu 13 Wochen hinziehen. Der Minister zeigte sich jedoch optimistisch, dass dieses Szenario nicht eintreten werde.

Regas-Aufsichtsratschef Stephan Knabe betonte bei dem Termin am Freitag, dass der angestrebte Starttermin 1. Dezember weiter das Ziel sei. Ihm zufolge arbeite das Unternehmen darauf hin, bis Ende November alle nötigen Leitungen, Schiffe und sonstigen technischen Gegebenheiten vorbereitet zu haben. Dann hänge es nur noch an einer rechtssicheren Genehmigung.

Neben dem Stalu sind auch das Bergamt Stralsund und die Bundesnetzagentur an Genehmigungsprozessen beteiligt. Das Bergamt hat laut dem Umweltminister bereits grünes Licht gegeben, die Erlaubnis zur Netzeinspeisung durch die Bundesbehörde steht noch aus. Backhaus will sich seinen Worten nach gemeinsam mit Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) für einen rechtzeitigen Abschluss des Verfahrens stark machen.

Lubmin in der Nähe der Universitätsstadt Greifswald ist sowohl der Anlandepunkt der deutsch-russischen Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 als auch Standort des atomaren Zwischenlagers Nord. Zur Gefahr einer Havarie am LNG-Terminal für das Nuklearlager sagte der Minister, der auch für die nukleare Sicherheit zuständig ist: «Die Sachverständigen kommen zu der Einschätzung, dass auch im Falle einer Gasexplosion ab einer Entfernung von 582 Meter keine kritischen Druckverhältnisse mehr vorliegen», die reale Entfernung betrage mit 1200 Metern deutlich mehr.

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