Wilhelmshavener LNG-Terminal
Ein Regenbogen über dem zukünftigen Importterminal für Flüssigerdgas (LNG).

Auch BUND warnt vor Chemikalienbelastung durch LNG-Terminal

Erneut hat ein Umweltverband vor einer Gewässerbelastung durch das geplante schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven gewarnt. Unter anderem sei das vom Terminal eingeleitete Abwasser wegen seines Bromoform-Gehalts gefährlich für Wasserorganismen; die Konzentration, ab der schädliche Auswirkungen zu erwarten seien, werde um das 50- bis 500-fache überschritten, teilte der BUND-Landesverband Niedersachsen am Donnerstag mit. Die Betreibergesellschaft Uniper habe hingegen nur von einer zehnfachen Überschreitung gesprochen. In der Nacht auf Donnerstag endete die Frist für Einwände im wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren.

«Die Berechnungen des BUND lassen befürchten, dass das Ökosystem der Jade massiv beeinträchtigt wird und weitgehende Auswirkungen auch auf den nahe gelegenen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und die Meeresbewohner auftreten würden», hieß es in der Stellungnahme. Die Einleitung der schädlichen Substanzen dürfe nicht genehmigt werden, forderte BUND-Landesvorsitzende Susanne Gerstner. Es stünden alternative Verfahren bereit, mit denen eine solche massive Belastung vermeidbar wäre.

«Gerade an einem so sensiblen Standort direkt vor den Toren des Nationalparks und Weltnaturerbes müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um Beeinträchtigungen der Jade und des Wattenmeers zu vermeiden», sagte Gerstner. Der Fall mache mehr als deutlich, dass ein Verzicht auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung wie im LNG-Beschleunigungsgesetz festgeschrieben, völlig unverantwortlich sei.

Auch der Naturschutzbund und die Deutsche Umwelthilfe hatten sich bereits kritisch zu den Umweltbelastungen des LNG-Terminals geäußert.

Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll nach Angaben des niedersächsischen Energieministeriums noch in diesem Winter den Betrieb aufnehmen - vom 23. Dezember an soll Flüssigerdgas nach seiner Umwandlung in einen gasförmigen Zustand ins deutsche Gasnetz eingespeist werden. Ziel ist früheren Angaben zufolge ein Umschlag von bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr - das sind etwa 8,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

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