Windrad und Strommasten
Ein Windrad steht neben Masten einer Hochspannungsleitung.

Windräder: NRW hat größten Anteil an jüngster Ausschreibung

Projekte aus Nordrhein-Westfalen haben bei der jüngsten Ausschreibung der Netzagentur für Windenergieanlagen an Land den größten Anteil an den Zuschlägen erreicht. Ausgeschrieben waren bundesweit 3210 Megawatt. Geboten wurden 1502 Megawatt. 40 Projekte in NRW mit einer Gesamtleistung von 387 Megawatt erhielten Zuschläge, wie die Behörde am Mittwoch in Bonn mitteilte.

Der zweitgrößte Anteil entfiel mit 354 Megawatt auf 16 Projekte in Niedersachsen. «Es muss weiter an der Ausweitung der Eignungs- und Vorrangflächen und der Beschleunigung der Genehmigungen gearbeitet werden, um den dringend notwendigen Zubau zu erreichen», erklärte Behördenpräsident Klaus Müller in Bonn.

Die nordrhein-westfälische Windkraftbranche nannte die Zahlen ernüchternd. «Wenn Politik, Verwaltung und Gesellschaft es nicht in Bälde schaffen, alle Ausbaufesseln zu beseitigen, heißt das, dass Kohle- und Gaskraftwerke länger als geplant am Netz bleiben werden müssen», so der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW, Reiner Priggen. Bleibe es bei solch einer geringen Beteiligung an den noch ausstehenden drei Ausschreibungen in diesem Jahr, dürfte das Ziel der Landesregierung von mindestens 1000 zusätzlichen Windenergieanlagen bis 2027 immer schwerer zu erreichen sein.

Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) äußerte sich dagegen erfreut über die Ergebnisse. «Dass der Wind in NRW wieder in Richtung Ermöglichung weht, schlägt sich nun auch in den Ausschreibungsergebnissen nieder», sagte sie laut einer Mitteilung. «Es bleibt dabei: Wir brauchen erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen. Schneller und mehr.»

Die schwarz-grüne Landesregierung will erreichen, dass bis zum Ende der Legislaturperiode 2027 mindestens 1000 zusätzliche Windenergieanlagen in NRW gebaut werden. Unter anderem soll dies durch die Abschaffung des 1000-Meter-Mindestabstandes bei sogenannten Repowering-Vorhaben möglich werden. Dabei ersetzen moderne, leistungsstärkere Anlagen ältere an bestehenden Standorten. Das entsprechende Gesetz soll am 8. März vom Landtag verabschiedet werden.

Aus der FDP-Fraktion kam Kritik. Statt des angekündigten Ausbau-Turbos für die Windenergie entfalte Schwarz-Grün mit dem Gesetzesentwurf zum Repowering «nicht mal ein laues Lüftchen», sagte der energiepolitische Sprecher Dietmar Brockes. «Das Repowering von Windenergieanlagen ist bereits auf Bundesebene erheblich vereinfacht worden. Dafür braucht es keine zusätzliche Landesregelung.»

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