Atomkraftwerk
Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm eines Atomkraftwerk (AKW).

Tschechiens AKW-Pläne sorgen für Unmut auf bayerischer Seite

Pläne des Nachbarlandes Tschechiens, kleine Atomreaktoren zur Stromgewinnung neu zu bauen, sorgen für Unmut auf bayerischer Seite. Der Bezirkstagspräsident Niederbayerns, Olaf Heinrich, erfuhr von den tschechischen Mini-AKW-Plänen vor kurzem bei einem Treffen der Partnerregionen. Man wisse nichts über die Sicherheit dieser neuen Reaktoren, sagte der CSU-Politiker. «Selbst wenn jemand die Atomkraft befürwortet, muss er die Sicherheit mitdenken», so Heinrich, der auch Bürgermeister der Grenzstadt Freyung ist. Hier müsse es einheitliche europäische Standards geben.

Im Wirtschafts- und im Umweltministerium zeigt man Verständnis für die Sorgen der Bürger: Die Nutzung der Kernenergie sei ein gesellschaftlich umstrittenes Thema, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Es sei deshalb «absolut nachvollziehbar», dass die Ankündigung des Ausbaus von AKW-Kapazitäten in Grenznähe für Diskussionsbedarf in der Bevölkerung sorge.

Florian Siekmann, europapolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, sagte: «Die Nachbarn ohne Gespräch vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist kein guter Stil. Wir müssen in Europa in Energiefragen endlich stärker kooperieren.» Die Grenzregion dürfe nicht zum «Versuchslabor für unausgereifte Reaktortechnik werden».

In Tschechien will das liberalkonservative Kabinett den Anteil der Atomkraft an der Stromproduktion bis 2040 auf mehr als die Hälfte erhöhen. Eine Schlüsselrolle könnten dabei «Mini-AKWs» - neue Kernkraftwerke im Kleinformat - spielen. Als möglicher Standort der neuen Technik ist unter anderem das umstrittene Kernkraftwerk Temelin im Gespräch.

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