Brennholzpreise steigen
Holzscheite brennen in einem Ofen, der dazu genutzt wird, eine Wohnung zu heizen.

Holzmarkt profitiert von Krise: Brennholzpreise steigen

Weil in der Energiekrise mehr Menschen zu Kaminholz greifen, steigen auch in Rheinland-Pfalz die Preise. Anders sieht es beim Schnittholz aus, welches wegen eines Tiefs in der Baubranche weniger nachgefragt wird. «Bedingt durch den Überfall Russlands auf die Ukraine entstanden Marktunsicherheiten, die sich auch auf den Bausektor und somit letztendlich auf den Stammholzeinkauf auswirkten», sagt Wolfgang Schuh, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach. 

Nach Angaben des Waldbesitzerverbandes waren 2022 beim Brennholz Preissteigerungen zwischen 50 und 100 Prozent zu verzeichnen - und das ist nur der Preis der Forstbetriebe. Beim Endverbraucher steigen die Preise demnach teils noch stärker. «Steigende Energiepreise fördern die Nachfrage nach alternativen Brennstoffen inklusive Brennholz», sagt Klaus Dunkel, Vertriebsleiter der Landesforsten Rheinland-Pfalz. Bei Brennholz aus Staatswäldern habe sich der Mindestpreis für die neue Saison um 23 bis 36 Prozent erhöht: von 55 Euro pro Festmeter auf 68 beziehungsweise 75 Euro.

Die gestiegene Attraktivität von Brennholz haben offenbar auch Kriminelle bemerkt. «Die Anzahl der hier bekannt gewordenen Einzelfälle ist größer als in den Vorjahren», sagt Dunkel. Mit einem Anstieg der Diebstähle rechnet auch Wolfgang Schuh vom Waldbesitzerverband, wenngleich die Entwicklung statistisch schwer abzubilden sei. Vor allem Diebstähle geringer Holzmengen würden oftmals nicht gemeldet, hieß es. 

Die Preise für Stammholz, also unverarbeitete Baumstämme, entwickelte sich bei Privatwäldern 2022 stabil mit einer leicht fallenden Tendenz, sagt Schuh. Die Preise für Buche und Eiche stiegen an. Bei Staatswäldern erhöhte sich der Holzpreis 2022 im Schnitt um 39 Prozent gegenüber den Vorjahren, wobei Industrie- und Brennholz mit einfließt. 

In denen vergangenen Jahren waren Holzpreise wegen Schäden durch Borkenkäfer und Dürren stark gesunken - laut Waldbesitzerverband fielen sie zwischen 2018 und 2021 um 50 Prozent. Ab 2021 wurde dann wieder ein Anstieg verzeichnet, welcher Anfang dieses Jahres teils ein Niveau von 2017 erreicht hatte.

Die von Schuh genannten Unsicherheiten infolge der russischen Invasion der Ukraine zeigen sich bei Forstbetrieben in einer abgeflauten Nachfrage durch die Sägeindustrie, hieß es. Zwei Drittel der Nachfrage der Sägeindustrie kommt aus dem Bausektor. Die hohe Inflation, erhöhte Leitzinsen und daraus resultierende Hypothekenzinsen sorgen bei der Bauindustrie derweil für ein schlechteres Geschäft. So verzeichne die Säge- und Holzindustrie einen Einbruch der Nachfrage aus dem Bausektor und um ein Viertel gesunkene Preise zwischen Mai und Oktober dieses Jahres, teilt der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) mit.

Die Sägeindustrie hatte 2021 einen starken Nachfrage- und Preisanstieg verzeichnet. Gründe dafür waren laut DeSH «Corona-Sondereffekte, ein hoher Bedarf im Bausektor und für Renovierungsarbeiten sowie eine international hohe Nachfrage». Anfang 2022 hatten diese sich auf hohem Niveau stabilisiert, hieß es. «Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und einer zu erwartenden Rezession im kommenden Jahr ist es Aufgabe der Politik, stärkende Instrumente und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen», forderte DeSH Geschäftsführerin Julia Möbus nun.

Beim Ausblick auf die Preisentwicklung im kommenden Jahr sei sowohl für Bau- als auch für Brennholz entscheidend, wie sich der Krieg in der Ukraine, die Energiepreise und damit verbundene Inflation und Zinsen entwickeln, sagte Wolfgang Schuh. Davon hänge die Bautätigkeit ab. Beim Bauholz erwarte man für das kommende Jahr stabile Preise. «Der starke Anstieg im Bereich der Industrie- und Brennholzpreise wird sich auf hohem Niveau leicht abschwächen», hieß es.

«Die Preise für Laubindustrieholz werden, befeuert vom Preisanstieg bei Brennholz, um etwa 50 Prozent ansteigen», sagt Klaus Dunkel von den Landesforsten. Auch bei Nadelindustrieholz erwarte man einen Anstieg um 30 Prozent, bei Laubstammholz werde ein Plus von 20 bis 35 Prozent erwartet, hieß es.

Zusammen mit Hessen gehört Rheinland-Pfalz mit einer Fläche von 840.000 Hektar zu den waldreichsten Bundesländern. Wälder machen 42 Prozent der Landesfläche aus.

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