Rückbau Atomkraftwerk Biblis
Ein Schaubild informiert über die Rückbaumassnahmen am Standort Biblis.

Biblis-Abriss: RWE begrüßt geplante Entsorgungsverpflichtung

Der Energieversorger RWE hat die geplante Entsorgungsverpflichtung der Deponie Büttelborn für Abrissmaterial aus dem Atomkraftwerk Biblis begrüßt. «Wir würden unsere Entsorgungswege gern entsprechend den rechtlichen Rahmen nutzen», sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag im südhessischen Biblis. Dies sei entscheidend für den erfolgreichen Rückbau der Anlage.

Das Regierungspräsidium Darmstadt und das hessische Umweltministerium hatten am Mittwoch gemeinsam mitgeteilt, dass die Deponie im Kreis Groß-Gerau Teile des Bauschutts annehmen muss und ein entsprechendes Anhörungsverfahren in die Wege geleitet.

Laut RWE sollen rund 1,35 Prozent des auf insgesamt eine Million Tonnen geschätzten Abfalls in Büttelborn entsorgt werden. Dabei handele es sich vor allem um Betonabfälle, für die eine strahlenspezifische Freigabe notwendig sei, sagte der Sprecher. Rund 66 Prozent des Abfalls haben demnach gar nichts mit dem eigentlichen Kraftwerk zu tun und können ganz normal als Bauschutt entsorgt oder wieder verwertet werden.

Für weitere 32 Prozent bestehe eine «uneingeschränkte Freigabe». Lediglich 0,65 Prozent gelte als radioaktiver Abfall. Dieser werde auf dem Gelände zwischengelagert. «Atommüll verlässt unsere Anlage nicht - hier geht es um konventionelle Abfallstoffe», sagte der Sprecher.

Jahrelang hatte es bei der Suche nach einer geeigneten Deponie gehakt. Nach früheren Angaben des Umweltministeriums hatte sich keine der mehr als 200 angefragten Deponien bundesweit zur Entsorgung bereit erklärt. Nach dem Atomausstieg Deutschlands im Zuge der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 wurde kurz danach auch das Kraftwerk Biblis stillgelegt. Seit 2017 wird die Anlage abgerissen.

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